Liebe und Gesundheit

Von Natur aus sind wir auf Selbstheilung eingestellt, doch es gibt offensichtlich immer mehr Erkrankungen in der zivilisierten Gesellschaft, denn das ICD, das Buch der internationalen Klassifikation von Krankheiten, wird seit der ersten Auflage immer dicker. Was läuft schief und welchen Beitrag können wir leisten, um einen Lebensweg zu beschreiten, der sich bester Gesundheit erfreut? Diese philosophische Fragestellung wollen wir nun näher betrachten.

Dafür können wir uns zunächst die Definition der Weltgesundheitsorganisation vor Augen führen, die besagt: „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ Damit es uns vollkommen wohl ergeht, wirkt in allen Organsystemen eine stabile Selbstregulation, und dieses biologische Fließgleichgewicht wird das „Streben zur Gesundheit“ genannt. Die Störung der Funktion der Psyche oder eines Organs wird schulmedizinisch als „Zustand von Krankheit“ bezeichnet.

Dieser ungesunde Zustand macht sich durch ein Symptom bemerkbar, und das typische Anzeichen sollten wir nicht als „psychologischen Krankheitsgewinn“ auf die lange Bank schieben, sondern ursächlich erkennen, damit sich Geist und Körper in Richtung Genesung bewegen. Diesbezüglich ist zu erwähnen, dass der Mensch viele Medikamente selbst auf Lager hat, denn die Natur hat ihre Heilmittel nicht dorthin getan, wo nicht der Mensch ist, und die geistigen Selbstheilungskräfte sowie unsere ureigene Apotheke können zu mehr Gesundheit beitragen.

Menschen verfügen über heilende Kräfte, die Maschinen nicht zu Eigen sind. Wenn wir uns in den Finger schneiden, heilt die Wunde von selbst, wenn wir Blut verlieren, wird die verlorene Menge ersetzt, und auch auf mikroskopischer Ebene repariert der Mensch sich selbst. Diese Beispiele verdeutlichen, dass Gesundheit ein Zustand perfekter subatomarer Kommunikation ist, und um gesund zu bleiben, sollten wir nicht aus der Natur herausfallen. Wir sollten so sein, wie sie uns erschaffen hat und keinen Versuch unternehmen, den Körper lieblos zu benutzen. Platon gab seinen Zeitgenossen folgende Empfehlung mit auf den Weg: „Willst du den Körper heilen, musst du zuerst die Seele heilen.“

Darauf deutet auch das Buch Das Herz: Rhythmus und Kreislauf des Lebens von Gion Condrau, Susanne Hahn und Werner J. Meinhold hin: „Nachdem das Typ-A-Verhalten die gängige Erziehungsrichtung in unserer Gesellschaft repräsentiert, mag sich die Frage stellen, wer dann überhaupt noch gesund ist. Und tatsächlich sind ja Herz-/Kreislauferkrankungen und Krebs die beiden häufigsten Todesursachen, jeweils signifikant mit einem ausgeprägten Typ-A-Verhalten verbunden, und über zwei Drittel der Menschen sterben an diesen Erkrankungen. Dennoch: Einige bleiben gesund.

Dazu gehören nicht nur die Symptomfreien, die sich mit dem vorgegebenen Verhaltensrezept begnügen und deren Aggressionspotential nicht ausreicht, um sich dagegen zu wehren oder gegen sich selbst Front zu machen. Dazu gehören auch die wirklich Gesunden, die in körperlicher und geistiger Beweglichkeit ein hohes Alter erreichen. Viele davon sind Künstler, und alle sind Philosophen. Sie haben eine Lebensphilosophie gefunden, ob einfach oder komplex, die es ihnen erlaubt, die Schöpfung und sich selbst liebevoll und mit Freude anzunehmen.“