Philosophie Convent

Wozu dient Philosophie?

Wir haben die Ressourcen unseres Heimatplaneten Erde im Verlauf der Zivilisation reichlich ausgenutzt und die Wissenschaften entwickelten sich zu beachtlicher Blüte, auch um unser Wohlergehen zu verbessern und von Herzen glücklich zu sein. Doch diesem beseelten Zustand sind wir im Großen und Ganzen nicht näher gekommen, sondern haben uns in dogmatische Muster verstrickt, die Streit, Hass und Gewalt zur Folge haben.

Du und Ich sind eine Menschheit, doch dieses Einheitsbewusstsein, in dem nicht das „Entweder - Oder“, sondern das „Sowohl als Auch“ Berechtigung findet, verspüren nicht alle Menschen. Religiöse Auseinandersetzungen sind nur ein Beispiel unserer gegenseitigen Abspaltung, die kein friedliches Miteinander aufkommen lassen. Der Priester Abbé Pierre äußert sich zu Recht: „Worauf es heute ankommt, ist nicht der Unterschied zwischen Gläubigen und Ungläubigen, sondern zwischen Menschen mit Herz und denen ohne Herz.“

Da ist es goldrichtig, die Philosophie als Lotse mit ins Boot zu holen. Seit Jahrtausenden werden philosophische Gespräche geführt, die von einer natürlichen Neugier an wesentlichen Fragen getragen werden und auch schwierige Problemstellungen lösen. Die lösungsorientierte Herangehensweise der Philosophie zeichnet sich nicht durch „Bescheid wissen“ aus, sondern durch die Klärung der Bedeutung von Wörtern, durch die Hinterfragung von scheinbarem Wissen sowie durch die Erarbeitung von befriedigenden Ergebnissen.

Die Philosophie umfasst mit ihren langen Armen rationale Elemente und irrationale Dimensionen des Daseins, denn sie macht keine halben Sachen, sondern befürwortet eine vollkommene Aufklärung. Ihre ganzheitliche Sichtweise betrachtet die Komplexität des Widerspruchs und ihre metaphysische Grunddisziplin ist das Mikroskop der Existenz, das sichtbar machen kann, wie wir das Licht der Menschlichkeit erlangen. Wahrhaftig ist unser Leben einfacher, wenn wir nicht an das denken, was uns trennt, sondern  das sehen, was uns verbindet.

Im Buch Der Staat bemerkt Platon: „So stelle dir denn dasselbe auch bei der Seele vor. Wenn sie sich auf das richtet, worauf die Wahrheit herabscheint und das Seiende, so sieht sie es auf einmal ein und erkennt es nun, und es zeigt sich, daß sie Einsicht hat. Richtet sie sich aber auf das, was mit Finsternis vermischt ist, auf das Werdende und Vergehende, so meint sie nur, wird schwachsinnig und ändert ihre Meinungen hin und her.“